Neuron soundware hilft bei der Eroberung des Weltraums, dank des Inkubationszentrums der ESA BIC testet es einen Satelliten.

Das tschechische Startup  Neuron soundware, das Lösungen zur automatischen Instandhaltung auf der Basis von Geräuschen und Vibrationen von Maschinen entwickelt, setzt sich nicht nur auf dem ausländischen Markt, sondern auch im Weltraum durch. Die Technologie, die IoT und Künstliche Intelligenz miteinander verbindet, wird größtenteils an Maschinen in Fabriken oder an Rolltreppen angewandt, somit kommt es zu einer Begrenzung ungeplanter Ausfälle. Vor zwei Jahren wurde sie auf das Weltrauminkubationszentrum der Europäischen Weltraumagentur ESA BIC aufmerksam, das darauf ausgerichtet ist, Forschung von Weltraumtechnologie auf der Erde und  im Weltraum zu verbinden und umgekehrt. In einem der Projekte zur Vorbereitung eines Vorflugtestes von Kleinsatelliten begann sie, die Geräuschanalyse zu nutzen.

Für das tschechische Startup war dies eine potenzielle Eintrittskarte in die Raumfahrtindustrie. Künftig könnte diese akustische Überwachungsstechnik Astronauten helfen, beispielsweise Ausfälle an Raumfahrzeugen oder in Raumstationen zu verhindern.

Die Neuron-Soundware-Technologie besteht darin, den Klang von Maschinen zu hören und  danach die Klangmuster mittels künstlicher Intelligenz auszuwerten. Sie kann dann beispielsweise rechtzeitig auf Abweichungen, wie auf einen beginnenden Ausfall einer der Komponenten, aufmerksam machen. Dadurch wird ermöglicht, den Status aller Maschinen in Echtzeit zu überwachen, Benachrichtigungen über drohende Ausfälle zu erhalten und Wartungs- und Ausfallzeiten zu optimieren. All dies passiert aus der Ferne über einen Computer oder ein mobiles Gerät und ohne physische Kontrollen, die zusätzliche Ausfallzeiten bedeuten würden. Die Zuverlässigkeit von Weltraumtechnologien ist eine Voraussetzung für die erfolgreiche Expansion der Menschheit ins Weltall.

Von Fabriken bis in den Weltraum

Neuron-Soundware hat jedoch ein viel breiteres Anwendungsspektrum als nur die Wartung von Produktionsmaschinen.Denn die Schwingungsanalyse kann auch branchenübergreifend zur Qualitätskontrolle oder zur Optimierung des Produktionsmanagements eingesetzt werden. Vor zwei Jahren entschied sich das Unternehmen, in die Raumfahrt einzusteigen. Sie setzte sich mit dem Inkubationszentrum der Europäischen Weltraumorganisation ESA BIC in Prag in Verbindung, wo sie jetzt ihre Technologie für Qualitätstests und Vorbereitungen für einen Vorflugtest von kleinen Weltraumsatelliten, sogenannten Cubesats, testet, die beispielsweise die Erde abbilden.

„Unsere Technologie hat ein unglaublich vielfältiges Anwendungsspektrum und der Weltraum ist ein Bereich, in dem wir ein riesiges Nutzungspotenzial sehen. Wir testen jetzt Cubesat-Motherboards, um zu sehen, ob sie den extremen Vibrationen beim Start einer Trägerrakete in den Weltraum standhalten. Das Testen der Cubesats ist für uns jedoch erst der Anfang, eines Tages möchten wir unsere Technologie gern im Weltraum sehen. Damit lässt sich beispielsweise der Zustand einzelner Komponenten eines Lebenserhaltungssystems wie Klimaanlagen, Recyclinganlagen oder Raumstationskühlung überwachen. So hat beispielsweise das Zentrum HI-SEAS (Hawaii Space Exploration Analog and Simulation) Interesse gezeigt, in dem die NASA und andere Partner die Bedingungen ihres Aufenthalts auf dem Mars testen. Um den möglichen Ausfall dieser Systeme rechtzeitig zu erkennen und damit das Risiko, Menschenleben zu gefährden, zu minimieren, wird es für die Kolonisierung des Weltraums notwendig sein“, beschreibt Pavel Konečný, Gründer von Neuron soundware.

Allein in der EU sind bis zu 100 Unternehmen auf dem potenziellen Markt tätig

Die erfolgreiche Überprüfung der Funktionalität des Geräts könnte dem Unternehmen wirklich helfen, in der weiten Welt der Produktion von Weltraumsonden Fuß zu fassen. Tests in zertifizierten Labors, die für große Satelliten ausgestattet sind, sind teuer. Für viele kleinere Unternehmen und Universitäten reicht das von Neuron soundware entwickelte Benchtop-Testgerät aus, um den oft nur wenige Kilogramm wiegenden Cubesat zu testen. Es besteht aus einem sogenannten Shaker, der den Raketenstart und andere mechanische Tests simuliert, sowie einem  Aufnahmegerät von Neuron Soundware. Alles ist mit einer Online-Plattform zum Sammeln, Verwalten und Analysieren der erhaltenen Daten verbunden. Die bisherigen Tests sehen sehr vielversprechend aus.

„Zuerst haben wir sichergestellt, dass unsere Ausrüstung den technischen Anforderungen für die Vorflugs- und Entwicklungsinspektionen entspricht, und dann haben wir mit den Tests begonnen. Cubesats werden häufig auf großen Lastkraftwagen getestet, die auch für riesige Satelliten ausgelegt sind, davon gibt es nur eine begrenzte Anzahl. Wir schaffen diese Tests in einem Bruchteil der Zeit und mit einem Minimum an Kosten, aber mindestens genauso zuverlässig. Die Tests verlaufen daher nach Plan und das Projekt geht einem erfolgreichen Ende entgegen. Allein der Erfolg in der Europäischen Union würde uns die Tür zu 50 bis 100  potenziellen Herstellern dieser kleinen Weltraumforschungsgeräte öffnen“, beschreibt Konečný.

„Die Raumfahrtindustrie benötigt modernste Technik nicht nur direkt an Weltraumsatelliten, sondern auch in der Erprobung und in der Qualitätskontrolle. Wenn Ihre Klimaanlage oder Heizung auf der Erde kaputt geht, können Sie etwas dagegen tun. Im Weltraum jedoch ist es eine Frage des Überlebens. Deshalb suchen wir ständig nach Lösungen und unterstützen die Lösungen, die die Zuverlässigkeit und Qualität dieser Geräte noch weiter steigern. An der Neuron-Soundware-Lösung schätzen wir vor allem die Testgeschwindigkeit im Vergleich zu herkömmlichen Prüflaboren, die lange Wartezeiten haben und somit zu einem Engpass in der Geräteproduktion werden. Die Neuron-Soundware-Technologie ermöglicht es, den Prozess zu beschleunigen und gleichzeitig die Kosten deutlich zu senken“, sagt Michal Kuneš, Programmmanager bei der tschechischen Niederlassung von ESA BIC.

„Neuron Soundware ist ein weiteres von mehr als 34 vielversprechenden Startups im tschechischen Inkubationszentrum ESA. Tschechien ist die Heimat vieler talentierter Ingenieure und Visionäre, sowohl in der Raumfahrtindustrie als auch im Technologiesektor im Allgemeinen. Das Neuron soundware-Team  konnte ihre scheinbar nicht mit dem Bereich zusammenhängende Technologie verwenden und ihre Brauchbarkeit für den Weltraum unter Beweis stellen“, sagt Michal Bambušek von der Agentur CzechInvest, die Betreiber des ESA-BIC-Inkubators in der Tschechischen Republik ist.

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